Alle wollten die Nummer neun der Welt sehen.




4500 Zuschauer auf der Anlage in Mannheim

Eigentlich sollte die Partie zwischen dem TK GW Mannheim und fläsch TC Weinheim 1902 auf der Anlage in Weinheim stattfinden. So war es zumindest laut des offiziellen Spielplans der Tennis-Point Bundesliga vorgesehen. Doch das Heimrecht wurde getauscht, sodass 4500 Zuschauer in einen ganz besonderen Genuss kamen.

Nämlich den, Dominic Thiem spielen zu sehen. Die Nummer neun der Welt. Ein Auftritt, der für die Entwicklung spricht, den die Bundesliga seit geraumer Zeit nimmt. Immer mehr Topspieler wählen diesen Weg, um die Form zu halten. Oder, wie im Fall von Dominic Thiem, wiederzufinden. Zuletzt musste der Österreicher in Wimbledon aufgeben, spielte danach fast zwei Wochen gar nicht.

Das hielt die Tennisfans allerdings nicht davon ab, auf die Anlage zu strömen. Ganz im Gegenteil: Bereits um 9 (!) Uhr, also am frühen Sonntagmorgen und noch zwei Stunden vor dem ersten Ballwechsel, legten sie Handtücher auf die Bänke, um sich die besten Plätze zu reservieren. Thiem sagte später:

Das freut mich extrem. Ich hoffe, wir konnten ein gutes Match liefern.

Der ungewohnte Match-Tiebreak für Thiem

Wir, das waren in dem Fall Thiem und sein Kontrahent John Millman (Nummer 50 der Welt). Konnten sie tatsächlich, da vor allem der Australier in der Anfangsphase ganz stark aufspielte. Satz eins ging überraschend an Millman, Durchgang zwei sicherte sich dann der Österreicher. In der Tennis-Point Bundesliga wird der dritte Satz letztlich als Match-Tiebreak ausgetragen – und diesen holte sich Thiem mit 10:8.

Sehr zur Freude seiner Teamkameraden. Zu denen gehörte auch Peter Gojowczyk, mit dem „Domi“ später noch ein gemeinsames Bild bei Instagram postete. Der Österreicher schwärmte:

Es ist eine ganze andere Sache, in einem Team zu spielen.

Auch Mannheims Teammanager Gerald Marzenell zeigte sich später gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ begeistert:

Die Stimmung in der Kabine ist phänomenal. Jeder hat durch Dominics Anwesenheit mehr aus sich rausgeholt.

Am Ende siegten die Mannheimer mit 5:1, sind damit nach vier Spielen weiterhin ungeschlagen und mit 7:1-Punkten Tabellenführer. Die Meisterschaft rückt also immer näher. Thiem optimistisch:

Ich hoffe ich konnte einen Teil dazu beitragen, dass wir deutscher Meister werden – das wäre ein Riesentraum.

Für die Tennisfans und Verantwortlichen der Tennis-Point Bundesliga ist ein großer Traum schon jetzt in Erfüllung gegangen. Sie konnten die Nummer neun der Welt live auf dem Court sehen. Eine noch vor wenigen Jahren undenkbare Möglichkeit.

 

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