Nachdem er lange mit sich gerungen hat, scheint Tommy Haas nun doch seine Karriere endgültig zu beenden. Ein Rückblick auf mehr als 20 Jahre im Profitennis.

Mit Haas verabschiedet sich einer der besten Spieler aller Zeiten ohne Grand-Salm-Titel aus als aktiver aus dem Profi-Zirkus. Was bleibt, sind aber vor allen Dingen 15 Turniersiege und das Bild eines nimmermüden Kämpfers. Sowohl gegen die Gegner auf der anderen Seite des Netzes, als auch gegen die Anfälligkeit der eigenen Physis.


1. 1999: Erstes Grand-Slam-Halbfinale in Melbourne

Nachdem Haas schon in frühen Jahren als großes Talent nach Florida gegangen war, um sich in der Tennis-Akademie des Agassi-Trainers Nick Bollettieri (Heute IMG-Academy) den Feinschliff für die Profi-Karriere zu holen, wurde er er bereits 1996 Profi . Eine breitere deutsche Öffenlichkeit wurde erstmals ein gutes Jahr später auf ihn aufmerksam, als er 1997 das Halbfinale am Hamburger Rothenbaum  erreichte.  Als er im Januar darauf nach Siegen unter anderem über Lleyton Hewitt und Fabrice Santoro das Halbfinale der Australian Open erreichte, schien trotz einer glatten Niederlage gegen den späteren Turniersieger Yevgeny Kafelnikov ein zukünftiger Grand-Slam-Sieger die große Tennis-Bühne betreten zu haben.

2.  2000: Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney

Im Jahr 2000 traf Tommy Haas dann erstmals auf einen Spieler, dessen Karriereweg einerseits zeitlich fast parallel zu dem des gebürtigen Hamburgers verlaufen sollte, sich andererseits aber, was die Erfolgsquote in Bezug auf die ganz großen Titel und die Verletzungsanfälligkeit angeht, zunehmend diametral von der Laufbahn des Deutschen unterscheiden sollte. im Halbfinale  der des olympischen Tennisturniers gelang Haas der erste von insgesamt vier Siegen gegen den Schweizer Roger Federer. Dieser weinte nach der Niederlage dem eigenen Bekunden nach „wie ein kleines Kind“ und war auch im Match um die Bronze-Medaille noch so angeschlagen, dass er gegen den Franzosen Arnaud Di Pasquale den Kampf um Bronze verlor. Doch auch Haas musste sich im großen Finale geschlagen geben. Wieder war es der Russe Kafelnikov, der ihm kurz vor dem Ziel den Traum von einem großen Titel zunichte machte.

Dieser letzte Schritt sollte Hass auch in der Folge nie gelingen, obwohl weiterhin herausragende Leistungen ihn 2002 bis auf Platz 2 der Weltrangliste brachten. Kurz darauf hatte er erstmals mit gravierenden Schulterproblemen zu kämpfen. Gleich zwei Operationen setzten ihn die komplette Saison 2003 außer Gefecht. Ein bitterer Vorgeschmack auf die vielen Verletzungsprobleme, mit denen Haas im weiteren Verlauf seiner Karriere zu kämpfen haben sollte.

 

3. 2009: Sieg in Halle und Halbfinale in Wimbledon

Nachdem die Mitte der 2000er-Jahre für Haas aufgrund vieler Verletzungen ein ständiges Auf und Ab waren, spielte er sich 2009 in eine bestechende Rasen-Form.  In Halle holte er sich den Turniersieg mit einem Dreisatz-Erfolg über Novak Djokovic und damit seinen ersten Titel auf Gras. Beim darauf folgenden  Wimbledon-Turnier bestätigte er seine Vorleistungen. haas besigte nicht nur Marin Cilic sondern auch erneut den Serben Djokovic. Erst im Halbfinale des wichtigsten Turniers der Welt war dann Roger Federer der deutlich bessere Spieler.

4. 2012: Erneuter Sieg in Halle und letztmalige Rückkehr in die Weltspitze

Nachdem Haas zwischen 2010 und 2011 erneut eine Verletzungspause von über einem Jahr dauer einlegen musste, schienen seine Tage in der Weltspitze endgültig gezählt zu sein.
2012 erwies er sich aber noch einmal als willensstarkes Stehauf-Männchen.  Durch einen Finalsieg über Roger Federer konnte er sich erneut vor heimischen Publikum in Halle den Turniersieg sicher und sich damit wieder unter die ersten 50 der Welt spielen.

Auch im Anschluss spielte Haas noch einmal bis zum Ende der Saison 2013 äußerst erfolgreich und holte sich Titel in München und Wien. Auf der Weltrangliste brachte ihn diese letzte längere erfolgreiche Phase mit Platz 11 fast noch einmal in die Top-10.

5. 2017: Ein letzter Sieg gegen den Maestro

Nachdem Hass sich dazu entschieden hatte, 2017 noch mal auf die Tour zurück zu kehren, wurde mehr und mehr deutlich, dass sein Körper den Belastungen des Profitennis nicht mehr dauerhaft gewachsen sein würde. Ein großer Coup gelang ihm aber noch. in der zweiten Runde von Stuttgart holte er seinen letzten sieg als Profi ausgerechnet gegen Freund Roger Federer und fügte dem Schweizer damit eine der ganz wenigen Niederlagen des Jahres zu.

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