Tommy Haas geht bei den Australian Open 2018 an den Start – allerdings „nur“ als Teil des Trainerteams von Lucas Pouille.

Am 21. Februar 1999 gewann Tommy Haas in Memphis mit einem Sieg über Jim Courier seinen ersten Titel auf der Tour. Du fragst dich jetzt vielleicht: Was hat das mit Lucas Pouille zu tun? Überhaupt nichts, doch zur Einordnung wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass der Franzose zwei Tage nach dem Haas-Triumph seinen fünften (!) Geburtstag feierte. Dass sich die Wege der beiden später einmal kreuzen würden, daran hatte der kleine Lucas damals ganz bestimmt nicht gedacht.

Auf der Tour begegneten sich die zwei Tennisspieler nie, wenngleich ein Duell in den vergangenen Jahren natürlich möglich gewesen wäre. Während der Hamburger seine Karriere zuletzt ausklingen ließ, startete Pouille 2017 erst richtig durch – mit drei Turniersiegen in Budapest, Stuttgart und Wien sowie dem Davis-Cup-Triumph mit Frankreich. Damit die Erfolgskurve auch im neuen Jahr nach oben zeigt, hat sich der französische Shootingstar den erfahrenen Tommy Haas in sein Trainerteam geholt. Zumindest bei den Australian Open wird er dem 23-Jährigen beratend zur Seite stehen.

Weder Haas noch Pouille haben etwas zu verlieren

Der Deutsche wird mit dieser Tätigkeit Neuland betreten und in einen Job hineinschnuppern, der für ihn in der Zukunft unter Umständen interessant sein könnte. Auch wenn Haas sein Karriereende noch nicht offiziell verkündet hat, dürfte er sich mit seinen nunmehr 39 Jahren nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen. Die Zusammenarbeit zwischen Haas und Pouille könnte sich für beide als eine Win-Win-Situation herausstellen. Der Weltranglisten-18. ist seit dem vergangenen Jahr im Ranking nämlich ordentlich am Klettern. Da er in Melbourne bisher nie die erste Runde überstand, hat weder der Spieler noch der neue Mann im Trainerteam etwas zu verlieren.


„Manchmal muss man etwas Neues machen“

Fest steht auch: Wir dürfen von dieser Zusammenarbeit keine Wunderdinge erwarten. Es handelt sich zunächst um ein Abtasten, Tommy Haas arbeitet beratend an der Seite des Cheftrainers Emmanuel Planque. Dementsprechend zurückhaltend äußerte sich Pouille im L’Equipe-Interview: „Manchmal muss man etwas Neues machen, wir versuchen das einmal hier in Australien.“ Und sollte der ehemalige Weltranglistenzweite tatsächlich einen neuen Input hineinbringen, könnte es bei den darauffolgenden Turnieren durchaus eine Neuauflage geben.

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