Die Grundlinie ist dein Revier, aber deine Winner-Statistik tendiert gegen Null? Mit ein paar kleinen Tricks bringst du mehr Offensive in dein Spiel.

Du bist der Rafael Nadal deines Heimatvereins und machst praktisch keine Fehler. Du stehst oft richtig gut zum Ball. Weißt, wie du mit deinem Schlägerkopf perfekt unter den Ball kommen kannst. Die Höhe deiner Schläge schließen Netzfehler beinahe kategorisch aus. Die meisten Punkte machst nicht du selbst – sondern dein Gegner. Durch Fehler. Denn du bist ein Meister darin, deinen Gegner dazu zu zwingen. Doppelfehler servierst du selten. Du spielst nicht nur defensiv. Du denkst auch defensiv.

 



 

Bring die Offensive in deinen Kopf

Deine grundlegende Spielidee, ist die Defensive? Das solltest du nicht auf den Kopf stellen. Etwas offensiver Pfiff kann dein Spiel allerdings flexibler und für den Gegner komplizierter machen. Du bist nicht mehr so leicht auszurechnen. Aus: „Der spielt die Kugel ja nur zurück“ wird: „Der kann auch anders. Zu kurz sollte man nicht werden“.

Wie kannst du offensiven Pfiff in dein Spiel bringen? Lerne zu erkennen, wann du offensiver spielen kannst. Natürlich bringt sinnloses Draufknallen – drei Meter hinter der Grundlinie – gar nichts. Da du als eher defensiver Spieler eine hohe Grundsicherheit in deinen Schlägen besitzt, kannst du warten. Warten, bis dein Gegner in seinen Schlägen ein wenig den Zug und die Dynamik verliert. Wie macht sich dies bemerkbar? Dein Gegner spielt zu kurz (auf die T-Linie), seine Schläge verlieren an Spin und die Präzision lässt nach. Dann kannst du auf die richtigen Winkel warten, um offensiver in deinen eigenen Schlägen zu werden.

Aber Vorsicht vor der Winkelfalle

Spielt dein Gegner mittig, kurz hinter die T-Linie, stehst du mitten im Feld. Mitten in der Winkelfalle. Aus der Mitte heraus sind die Winkel für dich äußerst fies zu spielen. Man steht unangenehmer zu den Seitenlininen. Du kennst wahrscheinlich die Spielsituation, wenn ein Spieler einen vermeintlich todsicheren Schlag aus dem Halbfeld knapp (oder auch weniger knapp) ins Aus setzt. Schuld an diesen Fehlern ist eben genau: die Winkelfalle.

Stattdessen solltest du dir bessere Möglichkeiten suchen, um die Offensive zu forcieren. Verwickel deinen Gegner in ein Cross-Duell.

Gehen wir von einem Vorhand-Cross-Duell aus. Dort kannst du durch deine gute Länge und etwas Druck den Gegner zu einem kurzen Ball zwingen. Denn wird dein Gegner in diesem Cross-Duell zu kurz, entkommst du der Winkelfalle. Du stehst nicht in der Mitte des Platzes mit dem Oberkörper zu offenen zum Feld, sondern weiter hinten. Das Ganze verschiebt sich, du erhältst die bessere Winkeloptionen Longline zu spielen – oder nochmal aggressiv cross.

Die richtige Geschwindigkeit

Willst du offensiver spielen, musst du die richtige Geschwindigkeit für deine Schläge finden. Blind schnell spielen wird dich nicht offensiver machen. Du kannst deinen Gegner wesentlich effektiver unter Druck setzen, wenn du mit mehr Spin und Länge agierst, anstatt nur das Tempo in deinen Schlägen zu erhöhen. Du erhöhst das Risiko in deinen Schlägen also nicht im Bereich der Geschwindigkeit, sondern im Bereich der Länge.

Deine Taktik offensiver zu spielen, hat also wenig mit der Geschwindigkeit deiner Schläge zu tun. Konzentriere dich mehr auf die Suche nach der richtigen Position im Ballwechsel, um offensiver spielen zu können. Achte auf die richtigen Winkel. Und setze deinen Gegner mit Länge und Spin unter Druck. Vergiss niemals: dein Gegner muss deinen Ball erstmal gut zurückspielen. Du musst nicht einen direkten Winner schlagen 😉

 

 

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