Roger Federer muss sich wie schon 2009 Juan Martin Del Potro bei den US Open geschlagen geben – und analysierte anschließend.

„Es passiert. Ich weiß es nicht. Es ist schwer zu erklären. Manchmal macht man die richtigen Dinge, aber er auch. Und dann läuft es für dich trotzdem nicht. Ich denke nicht, dass ich schlecht gespielt habe“, lauteten die ersten Worte von Federer, als er danach gefragt wurde, was ihm Zeitweise während seines Viertelfinals gegen Juan Martin Del Potro unterlaufen sein.

„Zum Ende des Tie-Breaks (des dritten Satzes) hin kann ich natürlich besser spielen und welche Entscheidungen wir auch immer bei den Ballwechseln getroffen haben, haben nicht für mich funktioniert.“

Im dritten Durchgang hatte Del Potro bereits früher die Gegelenheit, sich den Satzvorsprung zu holen, lag Break vor. Allerdings konnte der Argentinier den Vorteil nicht über die Ziellinie bringen, ließ Federer wieder in den Satz kommen. Den Tie-Break musste der Schweizer dann nach vier vergebenen Satzbälle mit 8-10 an Del Potro abgeben.

„Aber ich denke, diese vier Punkte haben insgesamt nicht den Unterschied gemacht. Es gab mehr Sachen, die dazu geführt haben, dass ich 2-1 Sätze hinten lag. Ich habe einfach auch zu viele Bälle verschlagen, die sonst dazu geführt hätte, dass ich vielleicht im Match vorne geblieben wäre oder auch nicht in so einen Schlamassel gekommen wäre. Vielleicht brauchte ich einfach ein wenig Glück. Oder auch einige schlechte Entscheidungen seinerseits“, resümierte der Schweizer.

„Wenn es darauf ankam, dann hat er heute die Bälle geliefert – vielleicht habe ich ihm auch hier und dort geholfen. Aber insgesamt war er heute vor allem bei den wichtigen Punkten besser.“

„Hatte während des Turniers zu viele Schwierigkeiten“

„Es war ein durchwegs hartes Turnier. Ich habe ehrlich gesagt nur über heute Abend nachgedankt. Mein Kopf ist das während des Matches nicht wirklich in Richtung Halbfinale gewandert. Ich wusste, dass es heute schwer werden würde. Ich hatte während des gesamten Turniers zu viele Schwierigkeiten, als dass ich zu weit nach vorne denken wollte“, sagte Federer mit dem Blick auf das erneut verpasste Duelle mit Rafael Nadal in New York.

„Ich bin auf gewisse Weise recht froh, dass ich das Viertelfinale erreicht habe und ich bin nicht zu enttäuscht, denn ich hatte bisher ein gutes Jahr. Leider habe ich heute gegen jemanden gespielt, der eindeutig besser war als ich.“

Ganz der Realist machte Federer keinen Hehl daraus, dass er in New York nicht das Tennis abrufen konnte, das er noch in Wimbledon oder in Australien spielt. Er war eine Spur weniger frisch, weniger spritzig in seinen Bewegungen und auch nicht so optimal vorbereitet. Hinzu kam ein bärenstarker Del Potro.

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„Natürlich ist es schade, aber ganz ehrlich, Juan Martin verdient es mehr. Ich habe das Gefühl ich habe nicht so richtig einen Platz im Halbfinale. So wie ich gespielt habe, oder wie ich im Moment spiele, langt das einfach nicht, um das Turnier zu gewinnen. Es ist besser, dass ich draußen bin und jemand anderes bekommt die Chance, besser als ich abzuschneiden“, so das Fazit des 19-fachen Grand Slam-Siegers.

„Es gab definitiv Sachen, die in der Vorbereitung und während des Turniers passiert sind, die dazu geführt haben, dass meine Performance heute war, wie sie war. Ich kann viel besser spielen, aber auch schlechter.
Es war einfach eines dieser Matches, bei denen ich wusste, dass ich verlieren würde, wenn ich auf einen guten Spieler treffe – das hatte ich im Gefühl. Ich will nicht sagen, dass ich eine negative Einstellung hatte. Aber ich wusste auf jeden Fall, dass ich nicht sicher bin. Es kam vielleicht zu sehr auf meinen Gegner an – und das mag ich nicht. Ich hatte das schon während des gesamten Turniers und ich wusste das bei jedem Match, das ich spielte.“

„Das war richtig schlecht“

Vor allem am Netz ließ Federer in der vergangenen Nacht ein ums andere Mal gegen Del Potro Federn und verschlug beispielsweisen einen Vorhand-Volley beim vorletzten Punkte des Abends um mehr als einen Meter hinter die Grundlinie.

„So ein Gefühl hatte ich nicht in Wimbledon oder bei den Australian Open – und deswegen bin ich auch zurecht aus dem Turnier ausgeschieden. Ich war einfach nicht gut genug, mental, körperlich, spielerisch um mich da durchzusetzen“, erklärte der Schweizer.

„Wenn einem diese drei Dinge fehlen, dann wird es schwierig. Für mich ist es ok, und ich habe bis zum Ende mein Bestes gegen. Den Schmetterball im Netz zu begraben, was mir sonst nicht passieren würde, oder auch Volleys hinten in den Zaun zu knallen, das ist echt übel. Das war richtig schlecht.  Juan Martin hat das heute gut gemacht. Er hat gut aufgeschlagen, mutige Schläge ausgepackt, als es gezählt hat. Das war der Teil, den er so viel besser gemacht hat heute und deswegen hat er es verdient zu gewinnen.“

„Wird ein aufregendes Halbfinale“

Auch wenn Federer selbst aus dem Rennen um den Titel bei den US Open draußen ist, so erwartet er doch, dass gerade das Match zwischen del Potro und Nadal am Freitag einiges an Spannung versprechen sollte.

„Naja, irgendwie hat sich ja jeder schwer getan hier – mit Ausnahme von Carreno Busta, der hier durchspaziert ist. Alle anderen mussten hier irgendwie kämpfen oder mit etwas kämpfen. Ich bin mir sicher, dass andere Spieler auch Verletzungen haben, aber nur nich darüber groß reden. Ich habe mich wegen Montreal un Cincinnati zu meiner natürlich leider geäußert, sonst hätte ich da auch nichts gesagt.“ 


„Ich denke aber, dass es ein interessantes Match wird. Beide können zu tollen Schlägen ansetzen. Sie haben jeweils mit die beste Vorhand überhaupt. Sie sind beide Siegertypen, wissen wie man die Matches gespielt bekommt. Ich glaube, es wird ein aufregendes Halbfinale“, so der Weltranglisten-3., der durch die Niederlage den Sprung an Platz eins in der Welt vorerst verpasst hat.

Roger Federer

 

 

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