Shot Clock, tolle Fans und faire Spieler – deshalb lieben wir den Sport. 




Bunt, schrill, laut, aber auch herzlich – die US Open sind ihrem Ruf mal wieder gerecht geworden. Was bleibt in Erinnerung vom letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres? Hier würdigen wir die positiven Momente des Tennis-Spektakels im Big Apple.

Fairness und großer Respekt zwischen den Spielern

Es sind nicht immer spektakuläre Ballwechsel oder grandiose spielerische Darbietungen, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Tennis ist mehr als Sieg und Niederlage. Der wahre Charakter der Protagonisten zeigt sich oft erst, nachdem der letzte Punkt gespielt wurde. Bestes Beispiel: Rafael Nadal und Dominic Thiem.

Nachdem der Spanier den epischen Fünfsatz-Krimi im Viertelfinale für sich entschieden hatte, hielt er sich nicht lange mit Jubeln auf. Respekt und Anerkennung für seinen unterlegenen Kollegen waren ihm wichtiger. „Ich habe ihm gesagt, dass es mir sehr, sehr leid tut“, unterstrich „Rafa“ nach dem Match.

Auch Novak Djokovic und Juan Martin del Potro würdigten sich nach dem Endspiel mit großartigen Gesten. Noch vor der Siegerzeremonie war der Triumphator zu „Delpo“ hinübergeeilt, um den traurigen Argentinier herzlich in den Arm zu nehmen. Diese emotionalen Szenen gingen unter die Haut.

Frenetische Fans

Auch die Anhänger von del Potro sorgten für Gänsehaut-Momente. Eine kleine Fan-Kolonie aus „Delpos“ Heimatstadt Tandil hatte fast das komplette Jahresgehalt investiert, um ihren Helden vor Ort aus einer teuren Loge zu unterstützen. Der Aufwand hatte sich gelohnt. Für ihren großartigen Support bedankte sich der US-Open-Finalist mit einer kleinen finanziellen Zugabe – inklusive Abschlussparty für seine enthusiastischen Landsleute.

Naomi Osaka – die würdige Siegerin

Dieses Ende hatte Naomi Osaka nicht verdient. Serena Williams‘ Ausraster gegenüber Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos lag wie ein dunkler Schatten über dem US-Open-Triumph der 20-jährigen Japanerin. Doch Osaka verlor danach kein böses Wort über ihre Gegnerin – ganz im Gegenteil:

Ich habe fast ein wenig gelitten mit Serena. Sie ist schließlich mein großes Idol, und sie wird es auch bleiben.

Bemerkenswerte Worte einer würdigen Siegerin.

Shot Clock

Fans, Spieler und Tennis-Experten waren gleichermaßen skeptisch. Im Nachhinein haben sich die Befürchtungen nicht bewahrheitet. Wir meinen: Die Shot Clock darf gerne wiederkommen. Optimierungsbedarf ist allerdings noch vonnöten. So war zum Beispiel im Finale der Herren zu beobachten, dass Novak Djokovic die Uhr mehrfach ungestraft runterlaufen ließ. Auch zwischen dem ersten und zweiten Aufschlag verging häufig zu viel Zeit.

Dennoch: Das Geschehen wurde auf angenehme Weise beschleunigt. Lange Handtuchpausen und nervige Psychospielchen konnten eingedämmt werden. Auch „Langsamspieler“ wie Rafael Nadal kamen gut mit der Regelung zurecht.

 

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