Der 18-Jährige Denis Shapovalov erobert Kanada im Sturm und trifft heute Nacht im Halbfinale von Montreal auf Alexander Zverev.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte Denis Shapovalov beim Masters in Kanada (damals in Toronto) für Furore, als er Nick Kyrgios besiegte.

Dieses Jahr legt der 18-Jährige, der in Tel Aviv geboren wurde, noch eine Schippe drauf, hat bereits Juan Martin Del Potro und Rafael Nadal geschlage. Auch in der vergangenen Nacht schaffte er es, sein Halbfinale nach Satzrückstand gegen Adrian Mannarino umzubiegen.

„Im Halbfinale zu stehen, ist für mich unglaublich“

„Es ist wie ein Traum, der wahr wird – gerade bei einem Heimturnier, das ich, während ich aufwuchs, immer gesehen habe“, so der Linkshänder über seinen Halbfinaleinzug.

Wir stellen euch noch ein paar weitere Eckdaten zum Kanadier, der 2016 den Junioren-Titel in Wimbledon gewann, vor:

  • Shapovalov ist der jüngste ATP Masters 1000 Halbfinalist in der Open Era
  • Der 18-Jährige ist der Spieler mit dem niedrigsten Ranking (#143) in einem ATP Masters 100 Halbfinale seit Andrei Pavel 2003 in Paris (#191)
  • Mit dem Halbfinaleinzug halbiert der Linkshänder allerdings sein Ranking – mindestens die Top70 wird er knacken.
  • Das Turnier in Montreal stellt das bisherige Highlight in der jungen Karriere des Kanadiers dar. Allerdings hatte er in 2017 auch schon einen vorläufigen Tiefpunkt beim Davis Cup im Februar erreicht.
  • Vergleiche? „Ein linkshändiger Federer“, wenn man Craig O’Shannessy glauben will, der seit Jahren für die ATP, BBC und weitere als Tennis-Analyst arbeitet.



Das Match-Up mit Zverev

Alexander Zverev wird sich immer mehr an diese Position gewöhnen müssen. In den vergangenen Jahren war der Deutsche immer der Jäger, aber mittlerweile steht er im Jahres-Ranking bereits an Platz drei und wird auch in den nächsten Wochen in der Weltrangliste vermutlich immer mehr an Boden in Richtung Top 5 gut machen. Dass er wieder im Halbfinale eines Masters 1000 Turniers steht, verblüfft weniger. Dass er dort nun aber auf einen zwei Jahre jüngeren Gegner trifft, hat der 20-Jährige so vielleicht auch nicht erwartet – aber er ist auf jeden Fall gewarnt.

„Aber die Auslosung wird jetzt nicht einfacher“, sagte Zverev nach seinem Zweisatzsieg gegen Kevin Anderson. „Morgen spiele ich gegen Denis, der unglaublich spielt, hier Rafa geschlagen hat und auch gegen Mannarino eine starke Partie gezeigt hat. Wir werden sehen, was ich da leisten kann.“

„Ich freue mich sehr auf das Match“, so der Hamburger. „Was (Denis) hier bisher geschafft hat, ist wirklich Wahnsinn und ein Halbfinale bei einem Masters 1000 Turnier zu erreichen, ist großartig. Aber ich werde mein Bestes geben und hoffentlich kann ich siegreich vom Platz gehen.“

Alexander Zverev

Spielanlagen

Mit Zverev begegnet Shapovalov zum ersten Mal seit zwei Matches wieder einem Rechtshänder und dem vermeintlich stärksten Aufschläger, den er im Turnierverlauf bislang auf der anderen Seite des Netzes hatte.

Der Deutsche konnte in den letzten beiden Matches klar Körner sparen, während sich der Kanadier sowohl im Achtel- als auch Viertelfinale über drei Sätze strecken musste. Zverev hat das aggressive Spiel, um Shapovalov hinter die Grundlinie zu drücken und ihm die Zeit und auch den Spielwitz zu nehmen. Allerdings wird der 18-Jährige Linkshänder erneut die kanadischen Fans im Rücken haben und hoffen, dass diese ihn mit über die Ziellinie katapultieren.

Schlechte Nachrichten gibt es allerdings für alle deutschen und europäischen Fans – das Match wird nicht vor 2 Uhr in der Nacht zum Sonntag beginnen. Sky und Tennis TV übertragen.

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