Rafael Nadal macht es besser als Roger Federer und zieht nach fünf hart umkämpften Sätzen gegen Juan Martin del Potro ins Halbfinale ein.





Der spanische Weltranglistenerste hat im ersten Fünfsatz-Match zwischen den beiden den Argentinier Juan Martin del Potro geschlagen und damit sein erstes Wimbledon-Halbfinale seit 2011 erreicht. In einer Partie mit vielen Drehungen und Wendungen rang Rafael Nadal  nach vier Stunden und 52 Minuten seinen ebenfalls aufopferungsvoll fightenden Gegner mit 7:5, 6:7, 4:6, 6:4, 6:4 nieder.

Nadal vergeigt die Chance zur 2:0 Satzführung

Rafael Nadal, in der Szene eigentlich als begnadeter „Front-Runner“ bekannt, der sein bestes Tennis spielt, wenn er erst mal in Führung gegangen ist, zeigte in genau dieser Disziplin Schwächen. Und ließ del Potro so zurück ins Match kommen. Nadal hatte den ersten Satz nach einem einzigen Break zu seinen Gunsten für sich entschieden. Im zweiten Durchgang schien alles in seine Richtung zu laufen, als er ein Break del Potros bei seiner letzten Chance dazu egalisierte und so den Satzausgleich verhinderte. Als der Satz dann in den Tiebreak ging, erspielte sich der Weltranglistenerste eine 6-3 Führung und stand gleich dreimal in Folge einen Punktgewinn vor einer vermeintlichen Vorentscheidung.

Hier versagten dem Mallorquiner aber überraschend ein wenig die Nerven. Er verspielte alle drei Chancen – eine davon mit einem Doppelfehler – zur 2:0 Satzführung und nutzte auch einen vierten Satzball nicht. Stattdessen nutze der Argentinier eiskalt seine Chance. Ihm reichte eine einzige Chance, um zum 1:1 nach Sätzen zu kommen.

Del Potro dreht das Match

Auch im dritten Satz zeigte sich Nadal ausgerechnet in der entscheidenden Phase ungewöhnlich anfällig. Nach einem Durchgang ohne eine einzige Breakchance ließ der Spanier bei 4:5 plötzlich gleich am Stück zu. Gleich seinen ersten Satzball hämmerte del Potro auf die Linie. Die Nummer vier der Welt war plötzlich nur noch einen Satz vom Halbfinale entfernt. Und das Turnier davon, innerhalb weniger Stunden nach Roger Federer seinen zweiten Top-Favoriten zu verlieren.

Erstmals gehen Nadal und del Potro über fünf Sätze

Mit dem Rücken zur Wand zeigte Rafa Nadal aber einmal mehr sein Kämpferherz. Und seine Fähigkeit, auch unter höchstem Druck sein Spiel zu stabilisieren. Ihm gelang bei 2:2 ein Break. Und diesmal reichten dann auch drei Satzbälle bei 5:4 und 40-0 aus, um die Ernte einzufahren. Nadal glich zum 2:2 nach Sätzen aus, die beiden gingen in ihrem sechzehnten Duell zum allerersten Mal in einen entscheidenden fünften Satz.

Spektakel in Satz fünf

Erstaunlicherweise gewann die Partie jetzt wieder die Klasse zurück, die sie zwischendurch durchaus auch kurzzeitig hatte vermissen lassen. Bei 1:1 lieferten sich die beiden diverse spektakuläre Ballwechsel in Serie, inklusive eines eines „Becker-Hechts“ von del Potro und eines „Ausflugs“ Nadals in die erste Zuschauer-Reihe.

Obwohl sich del Potro dieses Spiel noch sicherte, verschob sich das Momentum der Partie nun doch Richtung Nadal. Der Argentinier verlor seinen Aufschlag zum 2:3 und konnte anschließend zwei Chancen zum direkten Rebreak nicht nutzen. Ab jetzt wirkte er mehr und mehr den entscheidenden Tick müder als sein Gegner, hielt sich aber immer wieder mit seiner krachenden Vorhand im Spiel und verhinderte ein weiteres Break des Spaniers.

Trotz intensivster Bemühungen und dreier eigener Breakbälle gelang es ihm aber nicht, das 5:3 für Nadal zu verhindern. Ein glattes Aufschlagspiel del Potros im Anschluss konnte Nadal nicht mehr aus dem Konzept bringen. Nach fast fünf Stunden Spielzeit holte er sich diese am Ende hochklassige Partie zweier Spieler, die bis zum Schluss das Letzte aus sich heraus geholt hatten.

 

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