Der Serbe Novak Djokovic steht nach einem hochdramatischen fünften Satz gegen Rafael Nadal im Endspiel des Turniers von Wimbledon.




Novak Djokovic  hat zum fünften Mal in seiner Karriere das Endspiel von Wimbledon erreicht. Der Ex-Weltranglistenerste gewann das gestern abgebrochene Halbfinale gegen Rafael Nadal  in der heutigen Fortsetzung, obwohl er zunächst den Satzausgleich hinnehmen musste. Der Sieger von 2011, 2014 und 2015 sicherte sich am Ende den Sieg mit 6:4, 3:6, 7:6, 3:6, 10:8.

Bei der Fortsetzung der Partie konnten beide im vierten Durchgang das irre Niveau der Endphase von gestern nicht ganz halten. Gerade die Dominanz, die beide bei eigenem Service gezeigt hatten, war nicht mehr vorhanden. Zuerst nutzte das der Spanier, der nach einem Break mit 3:0 in Führung ging und deutlich besser in ins Match zu finden schien.

Ein vierter Satz mit vielen Breaks geht an Nadal

In der Folge häuften sich dann aber bei Nadal die Fehler. In den nächsten drei Spielen machte er kümmerliche zwei Punkte. Plötzlich stand es 3:3 und das Momentum der Begegnung schien sich in Richtung der Nummer 20 der Weltrangliste verschoben zu haben. Just in dieser äußerst kritischen Situation fing sich Nadal aber wieder. Er breakte seinen Gegner zum 5:3 und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als dieser anschließend  bei 0:40 dicht vor dem Rebreak stand. Stattdessen agierte er mutig, machte fünf Punkte in Folge und erzwang mit einem 6:3 den Entscheidungssatz.

 

Der begann zunächst weit weniger Break-lastig als sein Vorgänger. Bis zum 4:3 für den Serben hatten beide nun keinerlei Schwierigkeiten, ihre Aufschlagspiele zu halten. Dann aber bekam Nadal als erster Spieler ernsthafte Probleme und sah sich einem Breakball gegenüber. Dieser Reihte sich aber in die aus Djokovics Sicht äußerst unerfreuliche Statistik der vergebenen Breakchancen ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nur drei seiner insgesamt zwanzig Möglichkeiten auch nutzen können. Im anschließenden Spiel bestrafte Nadal das aber nicht, sondern ließ seinerseits zwei Breakchancen und damit die mögliche Vorentscheidung liegen. Es stand nun 5:4 für Djokovic. Ab jetzt servierte Nadal immer gegen den direkten Matchverlust.

Auch dieser fünfte Satz geht in die „Verlängerung“

Das gelang dem 32-Jährigen auch zunächst. Der Spielstand übersprang auch in diesem zweiten Halbfinale die magische Grenze von 6:6, bei der bei den Herren nur im fünften Satz nicht der Tiebreak zur Anwendung kommt. Der ein Jahr jüngere Belgrader kam zweimal bis auf zwei Punkte an den Matchgewinn heran konnte den entscheidenden Schritt zum Matchball aber nicht machen. Bei eigenem Aufschlag zeigte er sich aber trotzdem nervenstark und schlug anschließend bei 7:7 dem Mallorquiner bei gleich drei Gelegenheiten zum Spielgewinn die Tür vor der Nase zu.

Djokovic nutzt seinen zweiten Matchball.

Diese Mühen schien sich direkt auszuzahlen, als der „Djoker“ sich im nächsten Spiel einen ersten Matchball erkämpfte. Dieser wurde aber bravourös von Nadal mit einem Stopball auf die Seitennlinie zunichte gemacht. Die wilde Fahrt ging weiter.  Bei seinem nächsten Aufschlagspiel konnte er aber dem Return-Druck Djokovics nicht mehr standhalten. Ein Ausrutscher Nadals an der Grundlinie führte zum 0-40, der zweite Matchball der Partie beendete sie auch.

Das Spiel war mit fünf Stunden und  21 Minuten das zweitlängste Halbfinale der Wimbledon-Geschichte. Im Endspiel trifft Nadal Djokovic  nun am Sonntag auf den Südafrikaner Kevin Anderson, der gestern mit einem mehr als sechsstündigen Marathon-Match gegen den Amerikaner John Isner nach einem 26:24 im fünften Satz den neuen Rekord in dieser Kategorie gesetzt hatte.

(Bild © imago)

 

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