Nach fast sieben Stunden gewinnt Kevin Anderson einen Marathon über fünf Sätze gegen John Isner und zieht ins Wimbledon-Finale ein.



Kevin Anderson erreicht zum ersten Mal in seiner Karriere das Endspiel von Wimbledon. Der Südafrikaner erkämpft sich in einem Fünf-Satz-Krimi mit 7:6, 6:7, 6:7, 6:4, 26:24 den Sieg über John Isner. Damit bekommt Anderson nach den US Open 2017 erneut die Chance seinen ersten Grand Slam-Titel zu holen. Das Match war mit sechs Stunden und 41 Minuten das mit Abstand längste Wimbledon-Halbfinale aller Zeiten.

Die ersten drei Sätze gehen in den Tiebreak

Schon vor dem ersten Ballwechsel war klar, in Sachen Ergebnisfindung würden man bei diesem Match Geduld mitbringen müssen. Standen sich hier doch zwei Aufschlagriesen gegenüber. Breaks? Fehlanzeige. So wunderte es auch nicht, dass erst nach knapp 2,5 Stunden der erste Aufschlagverlust zu Buche stand. Das war im dritten Satz. Auf dem Weg dahin hatten sich Kevin Anderson und John Isner die Sätze, natürlich im Tiebreak, gütigst untereinander aufgeteilt.

Das erste Break ging allerdings zu Lasten von John Isner. Es war das Erste, das der Amerikaner im gesamten Turnier kassierte. Doch wer gedacht hätte, nun ist die Geschichte für ihn um, wurde eines besseren belehrt. Gleich holte er sich das Rebreak und weiter ging die Knobelei, um den ersten Wimbledonfinalisten 2018. Dabei bewiesen beide Spieler, dass sie mehr waren als ihre Aufschläge. Man sah das ganze Match über, erstaunlich viel mehr an Tennis, als man es vielleicht zuvor erwartet hatte.

Gleich zwei Breaks für Anderson in Satz vier

Obwohl John Isner als Experte für lange Wimbledon-Matches gelten dürfte, wollte er die 11 Stunden 5 Minuten von 2010 wohl eher nicht wiederholen. Mit 2:1-Sätzen in Front kassierte der US-Amerikaner schon wieder ein Break. Nur um es sich gleich wieder zurückzuholen. Ein weiterer Aufschlagverlust, der vierte heute nach mehr als 100 gewonnenen Aufschlagspielen in Folge zuvor, wurde ihm aner in diesem Satz zum Verhängnis. Der fünfte Satz musste entscheiden. Und es sollte ein langer werden.

Anderson ist am Ende der fittere Spieler

Im Entscheidungssatz gaben sich beide Spieler nämlich bei eigenem Aufschlag kaum noch eine Blöße. Gerade der Amerikaner schlug lange Zeit unheimlich stark auf und agierte teilweise mit einer Aufschlagquote von mehr als 90%. Trotzdem kam Anderson bei 7:7 und 10:10 zu zwei Breakchancen, die er allerdings nicht nutzen konnte. Das war aber die absolute Ausnahme.  Ansonsten reihten beide ein sicheres Service-Game ans nächste. Das Match steuerte unausweichlich auf eine siebte Spielstunde zu, weil auch Anderson trotz des Drucks immer nachziehen zu müssen wieder und wieder sicher gleichzog. Und bei 17:17 dann sogar zwei Breakchancen am Stück nicht verwerten konnte.

 

Isner blieb dagegen weiter komplett ohne Chance auf ein Break in diesem Marathon-Satz. Und wirkte auch mehr und mehr wie der müdere Spieler. Dafür schlug Anderson dann bei 24-24 und  15-40 endlich zu. Und sicherte sich das Match und den Finaleinzug nach einem letzten Satz, der alleine zwei Stunden und 55 Minuten gedauert hatte, mit dem eigenen Service.  

      

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