Petra Kvitova und Rasen ist und bleibt eine Liebesgeschichte – auch nach der langen Pause aufgrund ihrer schweren Handverlertzung.

Ein typisch satter Aufschlag von Petra Kvitova. Er ist ein Ass und gleichbedeutend mit dem Turniersieg in Birmingham. Für Kvitova ist dieser Titel sicher nicht der namentlich Größte, aber sicher einer der wichtigsten. Denn das Turnier in Birmingham ist erst ihr zweites nach der Rückkehr von einer schweren Handverletzung. Im Winter 2016 war die Tschechin in ihrem Haus von einem Einbrecher mit einem Messer angegriffen worden und schwer an ihrer Schlaghand verletzt worden.

Nun hat sie mit einem 4:6, 6:3, 6:2-Sieg über Ashleigh Barty ihren zwanzigsten Karriere-Titel eingefahren.

 

„Ich mag es Finals auf Rasen zu spielen“

Ein wenig außer Atem und ganz klar noch nicht ganz realisierend, was sie da geschafft hat, nahm Petra Kvitova ihre Trophäe entgegen. Sie war mit einer Wildcard für das Turnier ausgestattet worden und hat eindeutig das Beste draus gemacht. „Es war eine tolle Woche, danke für die Wildcard“, bedankte sich die 27-Jährige beim Turnierdirektor. „Ich mag es, Finals auf Rasen zu spielen“.

Angesprochen auf ihre Erwartungen vor dem Turnier, sagte sie mit einem LachenL: „Ich bin eigentlich nu hergekommen, um einen Kaffee zu trinken und ein bisschen zu trainieren“. Dass daraus dann mehr wurde, ist auch der verdienst ihres Teams wie Petra klar herausstellte. „Danke an mein Team, die dafür gesorgt haben, dass ich weiter arbeite und immer was zum lächeln hatte“.

 


Punktemäßig hat es sich für Kvitova ebenfalls gelohnt. Sie wird am Montag wieder auf Platz zwölf geführt. Das dürfte der Tschechin nach dem Angriff und der Frage, ob sie jemals wieder wird Tennis spielen können, wahrscheinlich egal sein. Aber es ist eine beeindruckende Leistung.

Barty – Von der Qualifikation ins Finale

Aber auch Ashleigh Barty dürfte mehr als zufrieden sein. Die Australierin spielt derzeit das beste Tennis ihrer Karriere. Sie hat sich in Birmingham aus der Qualifikation bis ins Finale gespielt. Damit wird sie sich neben einer Menge Punkten auch sehr viel Selbstvertrauen geholt haben. Daher war die 21-Jährige auch sehr zufrieden mit sich: „Es war eine tolle Woche. Ich habe nicht viel falsch gemacht. Petra hat einfach irgendwann ihren Flow gefunden und mich weggedrückt. Aber ich bin stolz, was ich diese Woche gespielt haben“.

Die Australierin konnte ihrer Gegnerin auch nicht wirklich böse sein. Zu schön ist die Geschichte der Tschechin, die auf der Tour auch extrem beliebt ist. „Petra, du bist eine Inspiration“, sagte Barty über Kvitova. „Wir lieben dich und es ist schön, dich wieder auf dem Court zu sehen“. Für Ashleigh Barty kann es zudem noch einen Titel an diesem Wochenende geben. Sie steht mit ihrer Partnerin Casey Dellaqua im Doppelfinale und trifft dort auf Hao-Ching Chan und Shuai Zhang.

 

 

 

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