Angelique Kerber holt erst ihren zehnten Satz in Serie gegen Madison Keys, verliert dann aber in drei Durchgängen. 



Zwei Fragen waren im Zusammenhang mit der Achtelfinalpartie in Cincinnati zwischen Angelique Kerber (WTA 4) und Madison Keys (WTA 13) zu beantworten: Würde Kerber ihrer Serie von fünf gewonnen Matches in Folge gegen die Amerikanerin einen weiteren Erfolg hinzufügen können? Und würde die Auseinandersetzung, die wegen des unsteten Wetters in Ohio schon verspätet gestartet war, überhaupt in einem Rutsch über die Bühne gebracht werden können?

Am Ende konnte leider nur die zweite Frage positiv beantwortet werden, denn nach einem 2:6, 7:6, 6:4 zu ihren Gunsten strahlte nur Madison Keys mit der Sonne über dem Court um die Wette.

Kerber startet mit dem besten Satz seit Wimbledon

Dabei deuteten sich zunächst schon im zweiten Aufschlagspiel von Keys Probleme für sie an. Wie so oft in den vorangegangenen Duellen mit Kerber kam der Ball mindestens einmal zu oft für den Geschmack der letztjährigen US Open-Finalistin zurück übers Netz, was zu vielen Fehlern bei ihr führte.

Die Folge war das frühe Break für die Deutsche. Und im Anschluss ein Satzverlauf, der die vielen deutlichen Siege Kerbers der letzten Zeit gegen die 23-Jährige komplett wiederspiegelte: Versuchte Keys zu agieren, flogen die Bälle in Netz und Aus. Spielte sie nur rein, übernahm Kerber selbst die Initiative und kam auch so zu Punktgewinnen. Der Durchgang ging mit 6:2 an die Kielerin. Es war der mit Abstand beste Satz, den sie seit Wimbledon gespielt hatte. Und der matchübergreifend zehnte in Folge gewonnene gegen ihre heutige Gegnerin oben drauf.

Zu Beginn des zweiten Satzes gelang es Madison Keys aber dann, ihre Fehlerquote herunter zu schrauben, so dass das Match einen ausgeglichenen Charakter bekam. Erstmals gab auch Kerber ihren Aufschlag ab, als sie ein Rebreak zum 3:3 hinnehmen musste.

Der Weckruf von Wim Fissette fruchtet in Satz zwei nicht

Bei 3:4 holte sie beim Seitenwechsel Trainer Wim Fissette auf den Platz, der wieder mehr Aktivität einforderte und von Kerber verlangte, weniger auf Fehler zu warten und stattdessen „das Ding selber zu holen“. Mehr als den Satz offen zu halten war aber gegen eine jetzt mit viel mehr Selbstvertrauen spielende Keys nicht drin. Im Gegenteil, bei 5:6 und 15-40 sah sich Kerber plötzlich der direkten Gefahr eines Satzverlustes ausgesetzt. Sie rettete sich zwar in den Tiebreak, bezahlte ihre fortgesetzte Passivität aber dann dort mit einem 3-7.

Im dritten Satz dominiert Keys mit der Vorhand

So musste erstmals seit 2015 wieder ein dritter Satz die Entscheidung zwischen dein beiden bringen. Damals hatte Kerber in Charleston knapp die Oberhand behalten, diesmal aber machte ihr eine nun Vorhand-Winner in Serie kreierende Keys einen Strich durch die Rechnung.

Bei 4:4 gelang der Nummer dreizehn der Welt das Break, anschließend servierte sie zu ihrem ersten Sieg auf Hartplatz gegen Kerber aus.