Neuauflage der French Open mit ähnlichem Ausgang.



Super-Start von Halep, starkes Comeback von Stephens

Vor dem Finale von Montreal wurden Erinnerungen wach –  und zwar an den 9. Juni 2018. An diesem Tag konnte Simona Halep ihren ersten Grand-Slam-Titel gewinnen. Im Finale der French Open bezwang die Rumänin Sloane Stephens in drei Sätzen. Gut zwei Monate später standen sich diese beiden Damen erneut in einem wichtigen Endspiel gegenüber. Alleine der Blick auf die Weltrangliste machte deutlich, dass es viel Besseres auf der Tour aktuell nicht zu sehen gibt. Die Nummer eins (Halep) gegen die Nummer drei (Stephens): Mehr geht nicht!

Dementsprechend packend verlief auch der Auftakt ins Match, in dem Halep auch aufgrund ihrer 6:2-Head-to-Head-Bilanz auf dem Papier die leichte Favoritin war. Sloane Stephens fühlt sich auf Hartplatz allerdings besonders wohl. Auf diesen Belägen erlernte die US-Amerikanerin einst das Tennisspielen, 2017 gewann sie mit den US Open ihren ersten Grand Slam.

Das Finale in Montreal nahm im dritten Spiel gleich Fahrt auf, da Stephens bei eigenem Aufschlag schnell mit 0-40 zurücklag und das erste Break kassierte. Angefeuert von den überrasschend vielen rumänischen Fans auf der Tribüne übernahm Halep zunächst das Kommando. Nach einem weiteren Break für die Weltranglistenerste zum 4:1 deutete alles auf einen schnellen Satzgewinn hin, doch im darauf folgenden Aufschlagspiel kam Stephens besser ins Match. Einer der Knackpunkte: ein leichter Volley, den Halep eigentlich nur noch hätte „wegmachen“ müssen. Der Ball landete jedoch im Netz und die US-Amerikanerin holte sich kurz darauf ein Break zurück.

Halep-Coach Cahill kommt auf den Platz

Bei 2:4 ließ die Rumänin dann einige Breakbälle ungenutzt. Die vergebenen Chancen schienen in ihr Selbstzweifel ausgelöst zu haben, die sie mit Hilfe ihres Trainers auszuräumen versuchte („Bleib positiv“). Das lange und energische Zureden in der Pause von Darren Cahill zahlte sich aber erst am Ende des von Breaks dominierten ersten Satzes aus.

Welch ein Hin und Her: Erst rettete sich Stephens nach 1:4 noch in den Tiebreak, dort konnte dann Halep einen 1:5-Rückstand in ein 8:6 verwandeln. Auch der zweite Sazt begann mit einem Break, diesmal zugunsten von Sloane Stephens, die damit direkt ein Zeichen setzen konnte. Beide Spielerinnen agierten in der Folge aber sicherer bei ihren Aufschlagspielen, sodass die Weltranglistendritte ihr Break konservieren konnte. Das zweite und letzte Break des Satzes brachte Stephens das 6:3 ein. Im Anschluss nahm Simona Halep medizinische Hilfe in Anspruch und ließ sich ihren Fuß tapen.

Rumänin entscheidet Finale mit einem Ass

Ihr Spiel wurde davon zunächst nicht beeinflusst. Diesmal gelang der Rumänin das frühe Break zum 1:0. Und wie schon im Finale der French Open ließ sie sich den Turniersieg nicht mehr nehmen. Während Sloane Stephens in vielen Situationen nicht gut zum Ball stand, trumpfte ihre Gegnerin im Stile eines Champions auf – bis zum 5:2 aus ihrer Sicht. Auf einmal zeigte Halep Nerven, als sie ihren Matchball mit einem Doppelfehler vergab und ihren Service letztlich nicht halten konnte. Auch im darauf folgenden Spiel ließ die 26-Jährige zwei Matchbälle liegen und ihre Kontrahentin verkürzte auf 4:5. Letztlich konnte Halep das faszinierende Finale dann doch noch mit 7:6 (8:6), 3:6, 6:4 für sich entscheiden. Sensationell: Mit einem Ass entschied sie das Match zu ihren Gunsten.