Erst Mischa, dann „Sascha“. Die beiden Zverev-Brüder kassieren bei den Australian Open jeweils eine Niederlage gegen den Südkoreaner Chung. Der zeigt eine tolle Moral.


Zverev beginnt gut – und lässt dann stark nach

Der erste Satz war eine komplett ausgeglichene Angelegenheit. Einzig beim Stand von 1:1 hatte Zverev etwas Probleme mit dem eigenen Service, musste einen Breakball abwehren – was ihm auch gelang. Danach blieb bis zum 6:5 aus der Sicht des Deutschen alles in der Reihe, ehe er den Südkoreaner zum ersten Mal überhaupt in Gefahr bringen konnte. Dies gelang dann direkt so gut, dass „Sascha“ sich ein 0:40 erspielte und den zweiten Satzball zur Führung verwandelte.

Auch im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild. Dieses Mal waren die beiden Akteure noch souveräner beim eigenen Service, ließen keine einzige Breakmöglichkeit des Gegners zu. Im Tiebreak gab Zverev allerdings gleich drei der fünf Punkte beim eigenen Aufschlag ab, sodass Chung mit dem 7:3 den Satzausgleich schaffte.

Davon zeigte sich Deutsche aber nur wenig geschockt. Ein frühes Break zum 2:1 eingesackt, servierte sich Zverev der erneuten Führung entgegen. Als er dann zuerst beim Stand von 3:2 zwei Breakbälle abwehrte und darauf selber dem Südkoreaner den Aufschlag abnehmen, war die Entscheidung im dritten Satz gefallen.

Sichtprobleme ab Satz vier

Wer allerdings nun mit einem Durchmarsch der Nummer vier der Welt gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Eurosport-Kommentator Matthias Stach sagte zu Beginn des Durchgangs:

Das ist alles andere als ein leichter Gang für die deutsche Nummer eins.

Recht sollte er behalten, denn ehe sich der DTP-Profi versah, stand es 3:0 für Chung. Zverev haderte mit seinem Spiel, aber vor allem mit den Lichtverhältnissen. Ab Mitte des vierten Satzes, um ziemlich genau 18 Uhr Ortszeit, forderte er den Schiedsrichter immer wieder auf, dass Licht im Stadion anzumachen. Doch der Offizielle schüttelte abermals nur mit dem Kopf. Zverevs gefrustete Reaktion:

Ich kann nicht genug sehen.

Mehrfach beschwerte er sich, brachte sich selbst ziemlich damit aus dem Rhythmus. Und auch die Zuschauer gegen sich auf. Der Südkoreaner nutzt die Chance, schaffte den erneuten Ausgleich.

Selbst mit dem dann eingeschalteten Flutlicht wurde es nicht besser bei „Sascha“. Er kassierte direkt zu Beginn des finalen Durchgangs ein Break. Zu Null, abgeschlossen mit einem Doppelfehler. Die ersten neun Punkte des Satzes gingen an Chung, der sich damit schnell die 2:0-Führung ergatterte. Und nach nur elf Minuten stand es bereits 0:3 aus Sicht des Deutschen, der total verärgert seinen Schläger zertrümmerte. Chung setzte sich in 23 Minuten mit 6:0 durch und sagte danach:

Es war ein wirklich hartes Spiel, denn Alex ist ein großartiger Spieler. Ich habe versucht, 100 Prozent zu geben, aber es war so schwer.

Chung trifft nach dem 5:7, 7:6, 2:6, 6:3, 6:0 nun auf den Sieger der Partie Novak Djokovic gegen Albert Ramos Vinolas.


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