Alexander Zverev ist in der Form seines Lebens – wie er selber sagte. Im Moment des Triumphs bleibt er aber bodenständig.

Zverev entschuldigt sich bei Roger

Mit einer beeindruckend abgeklärten Vorstellung holte sich Alexander Zverev den Titel beim Masters in Montreal. Deutschlands Nummer eins gab in fünf Spielen nur einen einzigen Satz ab – und machte auch im Endspiel mit dem wohl besten Tennisspieler der Geschichte kurzen Prozess. Nach nur 68 Minuten war das 6:3, 6:4 gegen Roger Federer perfekt.

Es war Zverevs zweiter Masters-Sieg seiner Karriere. Der bereits fünfte ATP-Titel in diesem Jahr, der zweite Turniersieg innerhalb einer Woche. Nun scheint selbst die Weltranglisten-Spitze greifbar.

Die bisherigen Triumphe:

DatumTurnierBelagFinalgegnerErgebnis
25. September 2016Russland St. PetersburgHartplatz (i)Schweiz Stan Wawrinka6:2, 3:6, 7:5
12. Februar 2017Frankreich MontpellierHartplatz (i)Frankreich Richard Gasquet7:64, 6:3
7. Mai 2017Deutschland MünchenSandArgentinien Guido Pella6:4, 6:3
21. Mai 2017Italien RomSandSerbien Novak Đjoković6:4, 6:3
6. August 2017Vereinigte Staaten Washington, D.C.HartplatzSüdafrika Kevin Anderson6:4, 6:4
13. August 2017Kanada Montréal, QuébecHartplatzSchweiz Roger Federer6:3, 6:4

 

Als „Sascha“ nach dem Sieg zum Mikrofon griff, huldigte er zuerst einmal seinem Kindheitsidol Federer: „Sorry Roger, dass ich gewonnen habe. Ich hoffe, Du wirst noch viele Jahre weiterspielen.“ Das hoffen auch viele Tennis-Fans weltweit.

Federer und deutschen Star verbindet eine Freundschaft

Der 19-malige Grand-Slam-Sieger Federer nahm die große Geste des Deutschen auf und gratulierte zu einem „Mega-Turnier“. Den Schweizer und den 16 Jahre jüngeren Alexander Zverev verbindet eine Freundschaft, sowohl die Spieler als auch die dazugehörigen Familien- und Trainer-Clans verstehen sich blendend.

Auch Boris Becker war nach Zverevs Triumph beim Rogers Cup begeistert: „Die Zukunft hat begonnen“, twitterte Deutschlands Tennis-Ikone. Becker war zuvor der letzte deutsche Spieler, der in Kanada gewinnen konnte. Vor 31 (!) Jahren schlug er, nur wenige Wochen nach seinem zweiten Wimbledon-Titel, Federers Ex-Trainer Stefan Edberg.

Zverev begeistert: „Das beste Tennis meines Lebens“

Beckers deutscher Nachfolger glänzte mit den Eigenschaften, die ihn auszeichnen. Längst zertrümmert Zverev nicht mehr bei der erstbesten Gelegenheit seinen Schläger und bringt sich selber aus dem Konzept, sondern befreit sich selbst aus engen Situationen mit einer stoischen Ruhe. In der ersten Runde hatte der Hamburger gegen Richard Gasquet sogar drei Matchbälle gegen sich, einen davon wehrte er in einer 49-Schläge-Rallye ab.

Insgesamt 46 Siege hat der Deutsche 2017 nun auf dem Konto, nur einen weniger als der Jahresführende Rafael Nadal. Zehn Erfolge waren es in den vergangenen zwölf Tagen. „Ich habe gerade das Gefühl, dass ich das beste Tennis meines Lebens spiele. Ein Tennis, das zu meinem Weltranglistenplatz passt“, sagte Zverev.

Der verdiente Lohn: In der Weltrangliste hat er seit Montag mit Platz sieben eine neue Karrierebestleistung inne. Und im Race to London, der Saisonwertung der ATP, liegt Alexander Zverev sogar auf Platz drei. Damit hat er beste Chancen, sich für die Tennis-Weltmeisterschaft vom 12. bis 19. November in London zu qualifizieren. Und langsam aber sicher den großen Schatten seines Idols Federer zu verlassen. Spätestens jetzt zählt Zverev zum engen Favoritenkreis bei den am 28. August beginnenden US Open.

 

Alexander Zverev

 

 

 

 

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