Der Return des zweiten Aufschlags ist die Chance, beim Gegner richtig Druck zu machen und in Break-Nähe zu kommen — so lange man dabei nicht überzieht.

Der Ball kommt langsam auf dich zu.

Nach dem Absprung wird er durch den „Kick“ ein wenig schneller. Doch du bist gut am Ball. Du gehst voll drauf und erhöhst im Laufe des Matches zuverlässig und konstant die Quote deiner unerzwungenen Fehler. Viele Tennisspieler begeben sich in den „Harakiri“-Modus, wenn der Gegner seinen (meist schwachen) zweiten Aufschlag serviert. Der Returnspieler sieht diesen Aufschlag als Einladung an, die er selbstverständlich annehmen muss.

Stellt sich nur die Frage, WIE man diese Einladung annimmt. Forsch und unüberlegt. Oder mit Weitblick für die Situation.

Attacke geht auch langsam

Schaust du dir Novak Djokovic an wirst du feststellen, dass er so gut wie nie einen schnellen Return spielt. Der beste Returnspieler aller Zeiten hat bei seinem Return ganz andere Vorstellungen davon, wie er den Gegner attackieren, unter Druck setzen kann.

Du solltest den zweiten Aufschlag deines Gegners dazu nutzen, um dem kommenden Ballwechsel sofort deinen Stempel aufzudrücken. Du gibst die Richtung vor. Du entscheidest, was auf dem Court gespielt wird.

Dein Stilmittel, um dies zu erreichen? Spiele den Return cross. Halbhoch über das Netz, um einen leichten Fehler ins Netz von Grund auf auszuschließen. Mit Topspin und mäßiger Geschwindigkeit, um deinem Gegner sofort eine Frage zu stellen.

Die Frage an deinen Gegner lautet: „Bist du bereit, mit deinem ersten Schlag sofort Longline auf den Winner zu gehen?“

Der Return cross gespielt sieht unspektakulär aus. Den Zuschauern bei deinem Match wird nicht allzu viel auffallen. Doch ist dieser Return effektiv. Effektiver, als den „On“-Knopf des „Harakiri“-Modus zu betätigen.

Du gibst den Ton an

Neben dem sehr riskanten Longline-Schlag hat dein Gegner die Option, mit dir weiter cross zu spielen. Du kannst nun ein simples, aber wirkungsvolles Returnspiel aufziehen. Dafür benötigst du Geduld und eine Grundsicherheit in deinen Grundschlägen. Verabschiede dich von schnellen Schlägen und zu viel Risiko. Konzentriere dich auf Länge und Spin. Und auf den Cross-Ball.

Deine Geduld ermöglicht es dir, den Ball vier bis fünf mal cross zu spielen. Gib deinem Gegner die Möglichkeit, das Risiko zu suchen und zu gehen. Haut dir dein Gegner den Ball mit voller Geschwindigkeit Longline um die Ohren – spende ihm Applaus. Doch wie oft wird dies passieren? Selten.

Durch deine Topspin-Schläge mit teilweise sehr guter Länge werden sich im Gegenzug für dich Optionen ergeben. Dein Gegner kann mal zu kurz in seinen Schlägen werden. Dies ist der Zeitpunkt, an dem du nun die Attacke suchen kannst. Warte geduldig auf die richtigen Bälle, um dein Risiko zu gehen. Gehe es niemals unnötig. Es wäre ein verschwendeter Punkt.

Deine goldenen Regeln für ein effektives Returnspiel lauten also:

– Kein „Harakiri“-Modus

– Der Return cross gespielt bringt dich ideal in den Ballwechsel

– Lass das Risiko beim Seitenwechsel in deiner Tennistasche

Eine Analyse von Marco Kühn (tennis-insider.de)

 

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